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Manni stellt sich vor

Dies ist eine Diskussion über 'Manni stellt sich vor' in dem Neu hier? Dann stellt Euch vor! Forum, Teil der Ankündigungen Kategorie; Tja mein Zug ist in Waldbronn losgefahren und macht nun auch hier mal Station! Manche kennen meine Seite, auf der ...

  1. #1
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    Manni stellt sich vor

    Tja mein Zug ist in Waldbronn losgefahren und macht nun auch hier mal Station!

    Manche kennen meine Seite, auf der ich meine große Leidenschaft - meine "Traum-Modellbahnanlage", die ich mir gebaut/verwirklicht habe - ja schon!
    Wer Lust hat zuzusteigen kann mal eine Runde auf Mannis-N-Bahn drehen unter: mannis-n-bahn!

    Ich zeige dort meine preisgekrönte und bereits in div. nationalen u. internationalen Publikationen veröffentlichte Spur N-Anlage!

    ... habe mich dem Maßstab 1:160 verschrieben und bin von der Baugröße N absolut begeistert!

    Die Anlage ist beinahe mein Erstlingswerk. Ich hatte mal - vor fast 25 Jahren mit einer kleineren Anlage - nach einem Gleisplan aus dem Arnold-Gleisplan-Buch angefangen! Es war so eine typische "Spielanlage" mit engen Radien, Kreisverkehr und viel zu vielen Gleisen!

    Leider bin ich damals über den "Rohbau" nicht hinaus gekommen. Am 01.10. 1986 hatte ich dann - mit 23 Jahren - einen schweren, fremdverschuldeten Motorradunfall, der mein Leben schlagartig veränderte. Ich habe fast 8 Monate in div. Kliniken verbracht, habe nach dem Unfall 2 Monate im Koma gelegen. Beim Unfall habe ich mir unzählige zum Teil komplizierte Brüche sämtlicher Extremitäten, einen Schädelbasisbruch mit Hirnödem, eine doppelte Kieferfraktur, mehrere ausgerissene Rippen, zwei gebrochene Rückenwirbel - mit knöcherner Ausheilung und Gibusbildung, eine Lungenquetschung links und Lungenriss rechts, sowie einen komplette Plexusausriss (Nervenwurzelausriss) rechts zugezogen.







    Seitdem habe ich nur noch einen funktionierenden Lungenflügel, was mir Atemprobleme und Schweißausbrüche bei geringsten körperlichen Belastungen beschert. Auch mit der Wirbelsäule habe ich so meine Problemchen (Bandscheibenvorfall, Lendenwirbelsyndrom), was mir längeres Sitzen nahezu unmöglich macht. Der Plexusausriss bescherte mir ein chronisches und Therapieresistentes Schmerzsyndrom (Phantomschmerzen), die mich mehr belasten als die "eigentliche Behinderung"!
    Die Schmerzen sind ständig vorhanden und nur mit sehr starken Analgetikas und regelmäßigen Morphium-Gaben (intravenös) zu ertragen sind.

    Seit dem Unfall ist außerdem - bedingt durch den Ausriss sämtlicher Nerven des rechten Armes - dieser komplett gelähmt. Deswegen und wegen der starken Dauerschmerzen bin ich zu 100 % Erwerbsunfähig und seit 1986 Rentner! Der Traum von der eigenen Anlage war damit erstmal gestorben!

    Als wir 1989 mit dem Bau eines Eigenheimes begannen habe ich trotzdem ein MoBa-Zimmer mit eingeplant! Ich hatte vor mir irgendwann eine Anlage von einem professionellen Anlagenbauer erstellen zu lassen! Irgendwann reifte dann aber der Plan es selber zu versuchen! Ich habe zuerst nur kleine Probestückchen in Form von Minidioramen gebaut und so meine Geschicklichkeit "mit Links" verbessert und ausgetestet! Dies funktionierte dann doch besser als gedacht! Also fing ich an Literatur zum Thema Modellbahn zu verschlingen und eine Anlage zu planen!

    Ich habe mir damals zum Ziel gesetzt eine möglichst vorbildgetreue N-Anlage zu gestalten, die es mit wirklich guten H0-Anlagen aufnehmen kann!
    Über zwei Jahre reine Planungszeit und ca. 4 1/2 Jahre Bauzeit haben dann zu dem gezeigten Ergebnis geführt!

    Diese Anlage war für mich so etwas wie ein "Lebenswerk"! Ich wollte vor allem mir selber beweisen, dass ich es auch mit nur einem Arm schaffen konnte und es mindestens genau so gut hinbekommen würde, wie die meisten nichtbehinderten Modellbahner. Vieles dauert natürlich wesentlich länger, wenn man nur mit Links arbeiten kann, vor allem als Rechtshänder. Für viele Sachen musste ich mir auch diverse kleine Helferlein, oder kleine Vorrichtungen basteln. Auch mit doppelseitigem Klebeband habe ich viel gearbeitet.
    Manchmal war ich auch sehr nahe am Verzweifeln, wenn mal wieder etwas gar nicht klappen wollte, aber irgendwie gabs immer eine Lösung!

    Die Anlage habe ich auf jeden Fall komplett alleine gebaut. Lediglich bei zwei Sachen war mir meine Frau etwas behilflich. Und zwar beim Aufziehen des Hintergrundes (den hab ich alleine einfach nicht faltenfrei hinbekommen) und beim Nachbeflocken der Flaschenbürstenbäume, weil es für mich alleine einfach zu viele waren! Das war's aber auch schon mit der "Fremdhilfe".

    1998 habe ich mich dann zum "6. internationalen Modellbauwettbewerb des Eisenbahnjournals" angemeldet! Da werden zum Wettbewerb nur Anlagen zugelassen, die bestimmten Auflagen und Qualitätskriterien entsprechen! Gleise müssen eingeschottert und gealtert sein, es dürfen keine Antriebe sichtbar sein, usw. Innerhalb der Wettbewerbslaufzeit werden da nach und nach div. Anlagen verschiedenster Spurweiten veröffentlicht. Man muss als Teilnehmer sowohl die Fotos selber schießen (KB-Dias), als auch einen fundierten Anlagenbericht dazu schreiben! Am Ende der Wettbewerbslaufzeit (2001) wurde dann ein Jury-Bogen veröffentlicht, mit dem dann alle Leser Punkte für die gezeigten Anlagen - aus ganz Europa - verteilen konnten!

    In der Februar-Ausgabe war es dann so weit! Ich traute meinen Augen kaum! Meine Anlage hatte mit komfortablem Abstand den ersten Platz in meiner Kategorie belegt! Laut Aussage des Chefredakteurs "ein absolutes Novum in der gesamten Geschichte des Eisenbahnjournals"! Es hatte bis dahin - in all den Jahren, seit es diesen Wettbewerb gibt - noch keine einzige N-Anlage geschafft eine so hohe Punktezahl zu erreichen! Und was fast noch sensationeller war: meine Anlage hatte nur ein lausiges Pünktchen weniger bekommen, als die beste H0-Anlage. Und diese Spur ist viel populärer und hatte bis dahin immer mit gigantischem Vorsprung geführt! Soll heißen, nur 2 Pünktchen mehr und ich wäre sogar Gesamtsieger geworden! Wobei es diesen Rang offiziell gar nicht gibt, da die verschiedenen Spurweiten immer separat bewertet werden!

    Ihr könnt Euch sicher - vielleicht wenigstens a bisserl - vorstellen, was das für mich für ein Gefühl war! Noch dazu, weil ich ja die gesamte Anlage nur mit der linken Hand gebaut habe. Diesen Umstand hatte ich aber bei der Bewerbung zum Wettbewerb bewusst verschwiegen, weil ich für die Abstimmung keinen "Behinderten-Bonus" wollte! Erst nach dem Gewinn habe ich bei einem pers. Gespräch mit dem Chefredakteur des Eisenbahnjournals mein Handicap preisgegeben. Der wollte das natürlich gar nicht glauben!

    Kurz darauf wurde auch die hiesige Presse auf mich aufmerksam und es erschien ein ganzseitiger Bericht in der "Neuen Presse" eine lokale Tageszeitung im Frankenwald! 2 Monate später wurde ich vom Bürgermeister unserer Kreisstadt Kronach eingeladen, meine Anlage auf der "Tausendjahr-Feier" der Stadt auszustellen!
    Leider musste ich absagen, weil meine Anlage nicht transportabel konzipiert ist.

    Seitdem hatte ich bereits div. Veröffentlichungen - jeweils zwei Beiträge im Eisenbahjournal und im N-Bahnmagazin, drei Beiträge im spanischen Trenmania-Magazin, eine Ausführliche Bild-Reportage im Bildband "Die schönsten N-Anlagen, von Gernot Balcke und demnächst wird eine Sonderausgabe des Magazins MBZ erscheinen, die nur meiner Anlage gewidmet ist!

    Dass es die Homepage über meine Anlage überhaupt gibt ist nur dem Umstand zu verdanken, dass Verwandte und Bekannte immer gedrängt haben, ich möchte doch mein Werk auch im www veröffentlichen, damit es jeder sehen kann! Nun ja, da hab ich mich dann nochmals ein gutes halbes Jahr hingehockt und die Website gebastelt! Seitdem quillt mein Mail-Postfach täglich über! Ich bekomme unzählige Anfragen nach Bautechniken und Bitten nach Hilfestellung und Gestaltungstips (an manchen Tagen bis zu 40!!! Mails! ... ist zwar schmeichelhaft, aber auch mächtig anstrengend!

    Seit einiger Zeit biete ich auf meiner Website auch eine Foto-CD der Anlage mit über 500 Bildern in guter Qualität an, die sehr gut angenommen wird!

    Mannis N-Bahn ist eine DB-Epoche 3 - Anlage mit einer großzügigen 2-gleisigen Hauptstrecke mit abzweigender Nebenbahn (das übliche Modellbahnthema eben).







    Sodela jetzt hab ich aber genug von der Anlage erzählt! Ich hoffe ich habe Euch nicht zu sehr gelangweilt und es wirkte nicht zu sehr "angeberisch"! Das war nämlich nicht meine Absicht, wenngleich ich auf das Geleistete und die Auszeichnungen schon a bisserl stolz bin!

    Also, wer es noch nicht gesehen hat - schaut Euch doch meine Seite mal an, vielleicht gefällt´s ja ein wenig!?

    BTW: man kann dort auch die eine, oder andere "Votingstimme" lassen! ... ist aber keine Pflicht!
    Über einen Gästebucheintrag würde ich mich natürlich auch freuen!

    Grüssla Manni


  2. #2
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    Hallo Manni

    Puh, das ist natürlich alles harter Tobak was du uns geschrieben hast.
    Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich nur zu gut was du alles durchgemacht hast. Du hast so ziemlich alles mitgenommen was man überhaupt erleiden kann.

    Du hast meinen Respekt vor dem Lebensmut den du zeigst.

    Das du trotz deiner Behinderungen eine der besten Modellbahnanlagen gebaut hast, die ich leider nur von den Bildern kenne, steigert meine Hochachtung vor Dir.

    Mach weiter so.
    Viele Grüße

    Michael


  3. #3
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    Danke, Michael!

  4. #4
    Administrator Avatar von Christian
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    Hallo Manni,

    Deine "Geschichte" geht einem richtig durch Mark und Seele. Auch von meiner Seite aus zolle ich dir meinen Respekt das du so offen mit dem Thema umgehen kannst.

    Viele Grüße
    Christian

  5. #5
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    Hallo Manni,

    wenn das Dein Bike ist, dann können wir nur vom Glück sagen das Du noch da bist.

    Deine Anlage, die ich leider auch nur von Bildern kenne, ist der Wahnsinn.
    Ich bin in der Hinsicht der absolute Laie.

    Viele Grüße
    Frank

  6. #6
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    Danke!

    ... ja, das war ne' niegelnagelneue Yamaha FJ 1200 (offen mit ca. 130 PS)! ... wäre zwar heutzutage zu Zeiten von Hayabusa u. Co nix besonderes mehr, aber damals 1987 gehörte man damit zu den Schnellsten im Lande! Mit diesem Motorrad hatte ich mir einen ganz, ganz großen Traum erfüllt, der leider nur 3 Monate dauerte! ... vorher habe ich eine RD 250 u. RD 500 gefahren. Die FJ hatte ich mir mühsam zusammen gespart!

    So hat das gute Stück vor dem Unfall ausgesehen:



    Grüssla Manni
    Man sollte Gott für Alles danken,
    erst recht für einen Oberfranken!

  7. #7
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    Meinen großen Respekt..ich glaube, auf diesen Lebenstraum kannst du wirklich stolz sein! Ich muss sagen das ich gestern shcon unglaublich gestaunt habe, weil alles sowasvon unglaublich echt aussieht..ich komme mir da ja schon fast schäbig vor

    Eine ganz große Leistung
    Kein Puls, kein Ton-Wir kommen schon!

    http://www.modellbau-topliste.de/ind...e=source_start

  8. #8
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    Danke, Jannik! :)







    Grüssla Manni
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    erst recht für einen Oberfranken!

  9. #9
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    Hallo Manni

    Nun habe jetzt einmal die Zeit gehabt deine Seite anzusehen. Ich kann mich nur wiederholen. Respekt.

    Ich als eingefleischter Hanuller erkenne auch erst auf den zweiten Blick das es sich dabei um eine N- Anlage handelt.

    Was ich noch immer nicht begreife....

    Wie kann man mit nur eine Hand solche Filigranarbeiten wie Löten durchführen :0 ?
    Ich verzweifel ja schon wenn ich mit zwei gesunden Händen unter der Anlage rumkrauche um etwas abzuisolieren :0.

    Und gerade Spur N...
    Einen Lokaufbau abzunehmen stelle ich mir auch nicht so einfach vor.
    Viele Grüße

    Michael


  10. #10
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    Löten mit einer Hand!?

    Hi Michael,

    danke fürs Lob!

    Zum Löten:

    Ja mit einer Hand ist vieles deutlich schwieriger und auch oftmals zeitaufwändiger als mit zwei Händen!

    Elektrik/Elektronik ist für mich eh eine mehr als lästige Pflicht, da ich viel lieber Landschaft gestalte, Häuser baue, oder Bahntrassen erstelle. Beim Löten hole ich mir regelmäßig Kopfschmerzen, weil ich ständig mir der Nase sehr nahe am "Geschehen" bin und dadurch die entstehenden Dämpfe direkt abbekomme!

    Die zu verlötenden Teile/Bauteile/Drähte muss ich natürlich erstmal fixieren, wobei es situationsabhängig div. Möglichkeiten gibt! Von simplem Abwinkeln bei Platinen-Bauteilen, bis Verwendung der "Dritten Hand" bei Drähten, oder Bausatzteilen. Auch Klebeband hilft mitunter!

    Beim Löten selbst führe ich den Lötkolben mit der Hand, während ich das Lot/Lötzinn mit dem Mund zuführe. (Deshalb die Kopfschmerzen) Ich trenne mir dazu ein ca. 10 - 15 cm langes Stück Lötdraht ab, umwickele eine Seite mit etwas Kreppklebeband und klemme mir dieses zwischen die Zähne! Der Draht darf natürlich nicht zu lange sein, da sonst keine exakte Platzierung beim Löten möglich ist! Von Lötstelle, zu Lötstelle wird dann zwar die "Lötzinn-Führung" exakter, aber es wird dann auch ziemlich heiß!

    ... hab mir auch schon mal die Lippen angekokelt, weil ich ja möglichst sparsam mit dem teuren Lötzinn umgehen möchte! :0

    ... mit etwas Übung und jeder Menge Flüche - klappt die Löterei aber recht gut!

    Eine meiner ungeliebtesten Arbeiten, das Innenleben meines Stellpultes:



    Lokgehäuse abnehmen:

    Ja in der Tat, das ist auch nicht immer ganz einfach zu bewerkstelligen! Besonders "behindertenfreundlich" sind natürlich Lokkonstruktionen, bei denen der Aufbau durch eine, oder mehrere Schrauben gehalten wird (fast alle Arnold-Modelle)!

    Problematisch wird es mit einer Hand bei den leider bei fast allen Herstellern weit verbreiteten "Spreiz-Gehäusen", bei denen durch auseinander biegen des Gehäuses und lösen von "Rastnasen" die Lok zerlegt wird!
    Da bräuchte man schon als "Nichtbehinderter" eher drei Hände! ... und ich hab halt nur eine! Da könnte ich schon manchmal verzweifeln, ob solcher Sch... Konstruktionen! Einseitiges Abspreizen und Zwischenschieben von Zahnstochern, oder Pappstreifen und ein paar lautstarke Flüche helfen da in der Regel weiter!

    Einfach ist es aber mitunter nicht gerade! Oftmals hilft da nur noch aufhören und eine Nacht darüber schlafen! Am nächste Tag fällt mir meist eine praktikable Lösung ein!

    Aufgeben gibt es für mich generell nicht! Nur mit dieser Einstellung war es überhaupt möglich die Anlage alleine "zu stemmen".

    Ist Deine Frage damit beantwortet?

    Liebe Grüsse Manni
    Man sollte Gott für Alles danken,
    erst recht für einen Oberfranken!

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