1 mal 6040 für 1 bis 16 Märklin – Schaltpulte, und nur einen Geräteplatz!
Stellen Sie sich vor: Sie haben ca. 60 Weichen und ebenso viele Signale. Das alles soll durch 6040er Stellpulte, angesteckt an die linke Seite der 6021, gesteuert werden….
Horror hoch 10: Sie brauchen Platz, viel Platz, denn zur 6021 gesellt sich der Trafo für die Stromversorgung, eventuell noch ein weiteres Fahrpult 80f und dann links 8 Schaltpulte für die Weichen und Signale, eventuell noch zusätzlich ein Fahrstraßen – Memory…?!?!
Im Besitz befanden sich bei mir zwei Stellpulte, jedoch aus unterschiedlicher Herstellung; eins, welches älteren Datums war mit dem „dicken“ Märklin – Spezialchip und einer Batterie für die Merkfunktion, und ein Fahrpult neueren Datums erkennbar an einem Aufkleber unter dem Gerät und an den Chip´s, die auf der Platine ohne Batterie werkeln. (siehe Foto)
Mit dem Multimeter habe ich nun die Signale „verfolgt“ und festgestellt, dass sich die „Neue“ selbst nach Umschaltung des Adressbereiches, ALLES merkte. Offensichtlich hat der Hersteller hier ein EEprom oder einen ähnlichen Baustein verwendet, der ohne Pufferbatterie auskommt und trotzdem wesentlich mehr Informationen speichern kann.
Zuerst habe ich versucht, die „Alte“ während des Betriebes im Adressbereich umzuschalten mit dem Erfolg: NIX passiert, solange Strom auf der Anlage ist. Nach einem Reset habe ich dann zwar den neuen Adressbereich aktiviert, jedoch die Informationen des alten Bereiches waren unwiederbringlich weg. Ich dachte, wenn ich dem Chip nun zwangsweise einen Reset- Impuls „verpasse“, wird er schon mit dem Adressbereich umschalten…. Aber ihn interessiert tatsächlich nur der Stromausfall und das ist SO unbrauchbar.
Dann habe ich die „Neue“ aufgemacht und festgestellt, dass diese ganz anders organisiert ist… Folge: Versuch mit der Umschaltung während des Betriebes: gelungen! Wieder zurückgeschaltet, alle Stellungen der Weichen noch in den Rückmeldedioden erkennbar! Wieder einen anderen Bereich gewählt, auch da waren die vorher geprägten Informationen noch vorhanden. Genial, diese Elektroniker, die so programmiert und geschaltet haben, dass sich dieses Schaltpult ALLES merkt… Na, wenn das so einfach ist, sogar ohne RESET funktioniert, kann man die gesamte Batterie von Schaltpulten sparen und ein einziges Pult anstelle von bis zu 16 Pulten über einen Umschalter betreiben.
Da die Codierung der Adressbereiche im BCD- Code erfolgt, (2, 4, 8, 16) kann man entweder einen Codierschalter verwenden, aber auch, je nach benötigten Schaltpulten, auch nur z.B. einen Umschalter mit Mittelstellung. Edel wird es mit einem kleinen elektronischen BCD- Generator und 2 Tasten für „auf – ab“ sowie einem Display, das die Nummer der aktiven Box zeigt.
Umbau einer Märklin 6040 VER 3.1 um 15 weitere Pulte zu ersparen.
Genau wie bei der 80 f ist auch der Preis für die 6040 selbst im Gebrauchtmarkt recht hoch.
Mit dem hier vorgestellten Umbau ist dann Platz für etliche Pulte eingespart…. Auch ist es möglich mit zwei Pulten die Gruppen 1 – 128 und 129 bis 256 zu belegen, z.B. für Weichen 1 – 128 und Signale 129 bis 256.
Leider funktioniert das Ganze nicht mit den Pulten, die auf dem Boden mit 6040, eingeprägt im Kunststoff, versehen ist. Diese haben im Inneren einen Chip mit Kennzeichnung MAB 8420 P. Hier fehlt es wie bereits beschrieben, an der Logik, die die Stellungen speichert und außerdem kann dieses Schaltpult sich „NIX merken“.
Wenn man das Glück hat, eine der neueren 6040, erkennbar an Aufschrift:
#14AB0005360* , zu haben, so kann man mit wenig Aufwand auch die 15 weiteren Pulte „simulieren“ oder deren Platz einsparen.
Dieses Keyboard hat intern einen Speicher für die Stellungen aller 16 einstellbaren Möglichkeiten. So ist es möglich, mit einem so genannten BCD – Schalter oder einem einfachen Drehschalter mit 2, 3, 4, 6 oder 12 Stellungen (je nach Anzahl der Weichen oder Signale) und ein paar Dioden das rückwärtige Mäuseklavier zu ersetzen und somit 156 Weichen oder Geräte mit nur einem Pult zu steuern. Im Bild ist nur ein Schaltersegment zu sehen, dass 10 Schaltstellungen besitzt und somit 10 Pulte ersetzt. (Ich denke, mehr als 160 Magnetartikel wird kaum ein Hobby- Eisenbahner haben....
Das Mäuseklavier wird ausgebaut, oder einfach auf 0000 geschaltet und an dessen Kontakte wird der Umschalter angeschlossen. (siehe Bild, die langen Fahnen des roten Umschalters)
Wie das Gehäuse geöffnet wird? Kleine Löcher in die Plastiknieten rechts und links bohren (ca. 1,5 mm) und dann mit kleinen Schrauben diese aus dem Gehäuse ziehen. Die Nieten können später wieder verwendet werden um das Gehäuse zu verschließen.
Im oberen Gehäuse, dort wo der Ausschnitt für das Display beim Fahrpult gedacht war, ist Platz genug, um einen Drehschalter einzubauen, der bis zu 16 Stellungen hat und (nach Möglichkeit) ein BCD – codiertes Signal ausgibt. Dieser Schalter hat also einen gemeinsamen Pol und 4 Ausgänge, die im BCD- Code das Eingangssignal auf die 4 Schalteingänge „verteilt“. Bei direkt codierenden Schaltern entfallen sogar die Dioden. Ein „normaler“ Drehschalter muss erst durch Dioden, das BCD- Signal erzeugen, was aber mit 20 Dioden (1N4148) für 12 Stellungen leicht zu erledigen ist.
Da die „Neue“ sich sogar die Stellungen der Weichen für Alle merkt, bleibt die ganze Sache übersichtlich. Man schaltet auf das entsprechende Pult und sieht sofort die Stellung der dazu gehörenden Weichen oder Signale.
Um Entscheiden zu können, ob man sich an den Umbau heranwagt, hilft also nur das Foto, das mein Schaltpult von innen zeigt. Hiermit geht der Umbau recht einfach.
Ich selbst habe den Umbau nur getestet und den Umschalter nicht „verbohrt“, da ich meine Anlage in Zukunft per Rechner steuern werde.
Bilder, soweit noch nicht "hochgeladen, werden nachgeliefert.
Viel Spaß beim Nachbau
Charly
Nachtrag:
Also wie man feststellen kann, ob sich ein Umbau lohnt, kann man feststellen, wenn man während des Betriebes einen der rückwärtigen DIP - Schalter umschaltet und die LED der Rückmeldungen beobachtet.
Nehmen wir an, die Weichen (Signale) 1, 3, 5 7, 9, 11, 13 und 15 sinde auf "rot" geschaltet. Nun wird der DIP-Schalter 1 umgeschaltet und unter dieser Adresse ein völlig anderes Muster eingetastet. Nach dem Zurückschalten des DIP muss dann wieder das vorherige Muster erscheinen.
Diese Geräte sind seit Ende 2000 von Märklin in den Handel gebracht worden. Die vorherigen Geräte, die sich NIX merken können, sind für den Umbau nicht geeignet.


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