Da bei "Berge wachsen in den Himmel" das Thema Baumselbstbau angesprochen wurde, hier meine Methode:
Gerne gebe ich Auskunft über die Entstehung meiner Bäume
Es geht hier - erst einmal - um den Bau der Laubbäume.
Zuerst muss ich sagen: Das Anrühren von irgendwelchen Streumaterialien mit Leim, zu einem Brei, führt niemals zu einer realistischen Belaubung!
... zwar von vielen Modellbahnern praktiziert - führt diese Vorgehensweise eher zu unansehnlichen, viel zu massiven und wenig filigranen Baumklumpen, die nicht viel mit dem Vorbild gemeinsam haben.
1. Die Grundmaterialien, die ich zum Bau der verschiedenen Laubbäume verwende:
Im Großen und Ganzen habe ich beim Baumbau (Laubbäume) zwei unterschiedliche Baumethoden, mit unterschiedlichem Aufwand und Endergebnis angewendet.
1. Methode:
In einigen Bereichen (nicht im unmittelbaren Vordergrund) - wie z.B.: bei der Kirche im hinteren Anlagenbereich - habe ich Naturäste von Schwiegermutters Liguster-Hecke mit Stücken aus "FOLIAGE CLUSTERS" und "CLUMP FOLIAGE" beklebt.
Diese Bäume wirken nicht so luftig und filigran, wie die Bäume der zweiten Baumethode,
sehen aber immer noch deutlich besser aus als billige "Fertigbäume" und harmonieren mit der restlichen Landschaft recht gut!
Zwei Beispielfotos:
2. Methode:
Der größte Teil der Laubbäume entstand aus dem sehr fein verästelten Seemoos!
(nicht zu verwechseln mit gemeinem Islandmoos!)
Dieses sehr filigrane Naturmaterial ist - meiner Meinung nach - am allerbesten geeignet um preiswert und rationell vorbildgetreue Laubbäume zu bauen.
Seemoos gibt es z.B. bei Noch, es wird aber mittlerweile auch von anderen Herstellern angeboten.
Allerdings muss man schon noch einiges an den Rohlingen verändern, wenn realistische Bäume daraus werden sollen! ... so haben die einzelnen Natur-Rispen selten die Form eines "echten" Baumes und außerdem sind die Stängel/Stämme - für einen maßstäblichen Baum - viel zu dünn.
Das sieht man auch auf den Katalog-Abbildungen bei Noch. Dort sehen die "Beispielbäume" trotz Belaubung, noch lange nicht aus wie naturgetreue Baummodelle. Ebenso verhält es sich bei den - mittlerweile fertig käuflichen - "Naturbäumen" von Jordan usw....
Auch diese haben viel zu dünne Stämme, keine korrekte Farbgebung, sowie "echte" Baumform!
Also, wie geht´s denn jetzt?
1. Man sucht die Pflanzenteile heraus, die am ehesten - in ihrer Wuchsform - dem
gewünschten Baum entsprechen. Bitte nichts wegwerfen, kleinere Pflanzenteile
kann man für Büsche verwenden!
2. Nun klebt man (je nach Bedarf) - mit Holzleim - einzelne Ästchen in die Baumkrone, bis einem das Endergebnis gefällt!
3. Im nächsten Schritt widmet man sich dem Stamm. Dieser muss in jedem Falle verdickt werden! Am einfachsten mit Holzleim bestreichen und mit feinem Sand bestreuen! Das so oft wiederholen bis das Ergebnis überzeugt. Positiver Nebeneffekt: man bekommt auch gleich eine perfekte Rindenstruktur mit geliefert!
4. Die Baumrohlinge müssen auch noch vorbildnah eingefärbt werden. ... geht am einfachsten
mit dunkelbraunem, mattem Sprühlack aus dem Baumarkt!
5. Das Belauben:
Ich habe dazu die Baumkronen mit verdünntem Holzleim eingesprüht (ein alter Pflanzensprüher leistet da gute Dienste). Danach werden die Baumkronen - entweder mit Woodland Coarse Turf, oder Fine Turf - bestreut und nach dem Trocknen abgeschüttelt.
Achtung: nicht zu viel Leim und Streumaterial auf einmal aufbringen!!! ... sondern lieber den Vorgang mehrfach wiederholen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. So verhindert man ein zu kompaktes und wenig filigranes "Pinpong-Ball-Aussehen"!
Diese Bäume sind nach der Methode 2 entstanden und wurden mit Fine Turf belaubt:
Dieses Buschwerk entstand ebenfalls nach der Methode 2, wurde aber mit Coarse Turf belaubt:
Mit dem Woodland "POLY FIBER" lassen sich - nachbelaubt -
prima kleine Büsche und Unkraut nachbilden.
So das war´s erstmal fürs Erste!
Ich hoffe ich konnte mit meinen Ausführungen etwas weiterhelfen
und man kann etwas damit anfangen!
Grüssla Manni
... weitere Fotos der Anlage gibt es hier:
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